.Seit einiger Zeit rüsten die diversen Video-On-Demand-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime Video oder Watchever auf moderne und Linux-freundlichere HTML5-Player um. Somit braucht man zum Abspielen von Videos aus diesen Online-Videotheken keinen Browser-Plugins wie den Flash-Player oder Silverlight (unter Linux via Pipelight) mehr zu installieren, was besonders Linux-Usern entgegen kommt. Wäre da nicht ein Haken an der Sache: Die dafür nötigen DRM-Funktionen bietet unter Linux bisher nur Googles Chrome-Browser. Wer diesen Browser nicht verwenden möchte oder kann (Chrome gibt es bspw. nicht für ARM-Architekturen), bleibt nach wie vor außen vor.

Mozilla arbeitet nun schon länger zusammen mit Adobe unter dem Namen Primetime CDM an einem „Adobe Content Decryption Module (CDM)“, das innerhalb von Firefox eine Blackbox erzeugt, die das Handling der DRM-verschlüsselten HTML5-Videos innerhalb des quelloffenen Browsers übernimmt. Seit gestern ist die Funktion wohl nun soweit, dass Netflix als erstes Video-Portal den HTML5-Player auch für Firefox freischaltet — allerdings vorerst nur unter Windows, andere Betriebsysteme (Mozilla spezifiziert diese nicht weiter) sollen Anfang des nächsten Jahres folgen. Somit rückt das Ende Browser-Plugins wie Adobe Flash oder Silverlight wieder ein Stückchen näher.

Sobald Mozilla die DRM-Funktionen auch in der Linux-Version des Firefox-Browsers nachrüstet, müsste es daher endlich auch auf RasPi-Mediacentern einen zuverlässigen Weg geben VoD-Dienste in die üblichen Mediacenter-Programme wie Kodi zu integrieren. Als Quick&Dirty-Lösung ließe sich einfach von Kodi heraus Firefox mit der entsprechenden Seite aufrufen, besser wäre es natürlich die DRM-Funktionen aus Firefox zu extrahieren und in ein Kodi-Addon zu übertragen, sodass man Videos von Netflix und Co. direkt aus der Oberfläche des Mediacenters heraus abrufen kann.